Eine Stunde Shooting, ein paar schöne Fotos – fertig. So sieht es von außen aus. Was dahinter steckt, sieht man nicht. Und das ist eigentlich auch gut so, denn genau dafür bin ich da.
Aber weil diese Frage immer wieder auftaucht, nehme ich euch mal mit hinter die Kulissen – und berichte euch, was vor und nach dem Shooting wirklich passiert.
Was hinter einem Fotoshooting wirklich steckt
Das Shooting beginnt nicht, wenn ich mit der Kamera vor euch stehe. Und es endet nicht, wenn ich wieder nach Hause fahre.
Bereits vorher entstehen die ersten Stunden Arbeit: Anfragen beantworten, Gespräche führen, Termine abstimmen, auf individuelle Wünsche eingehen. Dieser Teil ist mir besonders wichtig – denn ich begleite euch meist in sehr emotionalen Momenten. Eine echte Vertrauensbasis ist die Grundlage für ein entspanntes Shooting, und letztlich für Bilder, in denen ihr euch wirklich wiedererkennt.
Am Shootingtag selbst kommt die An- und Abfahrt dazu – und auf Rügen, besonders in der Hauptsaison, plane ich da lieber großzügig. Zu spät kommen ist keine Option, auch wenn die Insel manchmal andere Pläne hat.
Nach dem Shooting kommt der Teil, den ihr nicht seht: Alle Bilder werden gesichert, gesichtet und sorgfältig ausgewählt. Bei einem einstündigen Shooting entstehen schnell bis zu 1.000 Fotos. Ich könnte das einer KI überlassen – die würde mir in Sekunden die technisch „besten“ Bilder rausfiltern. Aber eine KI sieht keine emotionalen Nuancen. Sie erkennt nicht, dass eine leichte Bewegungsunschärfe oder ein vermeintlich unperfekter Moment genau das ist, was ein Foto unvergesslich macht. Deshalb entscheide ich hier nicht nach Schnelligkeit, sondern nach Gefühl.
Danach werden die ausgewählten Bilder in einer Online-Galerie bereitgestellt, Rückfragen beantwortet, letzte Wünsche abgestimmt. Erst dann folgt die eigentliche Bildbearbeitung – jedes einzelne Bild, angepasst, verfeinert, in den Look gebracht, der meine Arbeit ausmacht. Das sind nochmal mehrere Stunden am Computer.
Ein einstündiges Fotoshooting ist in Wirklichkeit ein 8- bis 10-Stunden-Projekt.
Was viele nicht sehen: die laufenden Kosten
Neben der Arbeitszeit gibt es noch eine Seite, die oft vergessen wird: die Kosten, die einfach dazugehören – unabhängig davon, ob gerade ein Auftrag reinkommt oder nicht. Fotografie ist mein Hauptberuf, nicht mein Hobby. Das bedeutet, dass ich davon lebe – und entsprechend kalkulieren muss.
Dazu gehören Kamera-Equipment und Objektive, Software für Bildbearbeitung und Galerie-Systeme, Versicherungen, Fahrtkosten, Website und Marketing, Steuerberatung, Krankenversicherung und Altersvorsorge.
Und dann gibt es noch all die Stunden, die nicht direkt mit einem Auftrag zusammenhängen: Marketing, Social Media, Weiterbildung, Kamerawartung, Website – den Buchhaltungspart mal ausgenommen, der macht mir ehrlich gesagt am wenigsten Spaß 😄.
Warum es letztendlich nicht um Stunden geht
Ich arbeite ohne Druck, ohne Posing, ohne starres Konzept – weil gute Fotos so entstehen. Das braucht Zeit, Aufmerksamkeit und ein Gespür für den richtigen Moment. Was ihr am Ende bekommt, sind keine schnell produzierten Bilder, sondern Erinnerungen, in denen ihr euch auch in zwanzig Jahren noch wiedererkennt.
Das ist mein Anspruch und dafür stehe ich.



